Muenchen zuechtet den Xovilichter

München – Der Stern des Südens. Das klingt zu hoch gegriffen? Auf keinen Fall. Die Landeshauptstadt Bayerns bietet neben traditioneller Gemütlichkeit, gutbürgerliche Küche und frischem Bier eine gute Portion Weltoffenheit. Nicht umsonst gedeihen hier Kunst und Kultur wie in keiner anderen Stadt.

XovilichterFAKTEN:

Fläche: 310,4 km²
Einwohner: 1.388.308 (Stand: 31.12.2012)
Stadtbild: 25 Bezirke
Fluß: Isar 13,7 km
Grünanlagen: 4146 ha
Größter Park: Englischer Garten, 274,13 ha
Höchstes Gebäude: Hochhaus Uptown München 146 Meter
Polizeibeamte: 6268 (Stand: 2011)
Wiesnbesucher 2012: 6,4 Millionen
Sonnenstunden: 1906 (Stand 2012)

Flair ist nicht gleich Flair

München gilt als sicherste Stadt in Deutschland. Bekannt ist auch, dass sie eine der Saubersten ist. Das zu glauben, fällt nicht schwer, wenn man durch die beschaulichen Straßen der Innenstadt schlendert. Überhaupt scheint München eine Stadt der Superlative zu sein. Mit seinem Vorzeigepark, dem Englischen Garten, der nicht mal hundert Hektar kleiner als New Yorks Central Park ist, den vielen Biergärten im Stadtgebiet, Seen im Umland und einem eigenen Kunstareal in der Innenstadt setzt München international ein Zeichen.
„München leuchtet“, wird immer gern zitiert.
Leider falsch.
Die Worte stammen aus Thomas Manns Erzählung „Gladuis Dei“ und werden immer aus dem Zusammenhang zitiert. Damit meinte der deutsche Dichter die Tatsache, dass die Stadt dazu neige, das Hässliche und Unschicke zu verstecken. Wie schade, denn blickt man hinter die hübschen, sauberen Fassaden entdeckt man, dass in München die Welt zu Hause ist. In Hinterhöfen versteckt sich Berliner Lebenslust, in den Straßen des Stadtviertel Lehels das Pariser Montmartre und auf der Leopoldstraße das Temperament ganz Italiens.

Kunst und Bier: „da legt’s di nieda“

Warum reisen Besucher nach München?
Da wäre zum einen der Fußball. Der FC Bayern gehört wohl zu den erfolgreichsten Fußballklubs weltweit. Wenn er zu Hause in der Allianz Arena spielt und sie in den Mannschaftsfarben leuchtet, kocht die Stimmung ins Unermessliche. Ein Erlebnis, das vor allem bei den Fans eine unvergessene Erinnerung hinterlässt.
Der zweite Grund für einen Besuch ist das Oktoberfest. Jedes Jahr strömen Millionen in die Stadt, um auf der Theresienwiese Bier in Fluten die Kehle hinunter zu gießen und bayerische Spezialitäten zu genießen – ob in Tracht oder in Jeans.
Wie’s halt passt, ge!
Die Wiesn verspricht jede nur erdenkliche Abwechslung und kann es auch halten. Süßes für die Mädchen, Saures für die Jungs, Nervenkitzel für die Teenies, Kühles für die Männer und Knackiges für die Frauen.

Ob Speis, ob Trank, ob Karussell oder Stand – auf der Wiesn verliert man Zeit und Geld. Inzwischen kostet ein Maß Bier beinah 10 Euro und beim Wiesnhendl schaut’s ned besser aus. Aber erlebt muss man es haben – denn dieses Volksfest ist weltweit nicht zu toppen und in seinem Charme einzigartig.

Wem es doch zu groß ist, der kann sich in den vielen urigen Biergärten der Stadt amüsieren und in Ruhe die Seele baumeln lassen. Keine andere Stadt genießt diese Biergartenkultur. Zu sehen und zu hören gibt es hier an jeder Ecke alte Geschichten vom Bier und den Münchnern selbst.

In den 55 Museen und Ausstellungshäusern und den 61 Theatern erleben Besucher und Münchner gleichermaßen die volle Bandbreite unserer Kulturgesellschaft. Musik, Literatur, Theater und Wissenschaft für Groß und Klein, mal grob, mal fein.

Münchner Kindl

1158 – Die Geburtsstunde Münchens.
Sein Name ist eng mit der Wappenfigur verbunden, aus dem das Münchner Kindl entstanden ist. Auf einem silbernen Wappenschild schwebt ein rechts blickender Mönch. Er trägt eine schwarze Kutte mit goldgelben Rändern und roten Schuhen. In seiner linken Hand hält er ein rotes Buch, während die rechte Hand sich zum Gruß erhebt. Der Mönch stammte wohl aus einem im Stadtgebiet bestehenden Kloster. Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Mönch im Stadtwappen immer mehr verniedlicht und bis in den Zwanziger Jahren aus dem Mönch dann ganz ein Mädchen und schließlich das Münchner Kindl wurde.

Jedes Jahr beruft der „Festring München e. V.“ ein Mädchen zum Münchner Kindl. Der Verein organisiert den Einzug der Wiesnwirte und sucht sich deshalb seine Repräsentantin aus den Reihen der Bierbrauer und Schausteller. Sie sollte in der Regel zwischen 20 und 29 Jahre alt sein und die Aufgabe als eine Art Botschafterin ernst nehmen. Daher wird erwartet, dass sie viele Sprachen beherrscht, gute Umgangsformen an den Tag legt und München in und auswendig kennt.

Berlin oder München

Schon immer gab es diese unausgesprochene Konkurrenz zwischen den Städten Berlin und München, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber vielleicht scheiden sich die Geister und Geschmäcker aber auch gerade deswegen. Vor allem unter Künstlern herrscht hier große Diskrepanz, gilt doch im Allgemeinen die Auffassung, dass man sich gerade in Berlin als Kunstschaffender voll entfalten könne, da hier keine Grenzen herrschen, alles wachse, wie es eben wachse, nichts unnötig gesäubert oder versteckt werden müsse. München ist so harmlos, so nett, so gemütlich. Vielleicht sollte der eine oder andere Berlinliebhaber mal zur Hauptzeit auf der Wiesn vorbei schauen. Da wird ihm ein Schauspiel an ordinäreren Ausdrucksformen und Hemmungslosigkeit präsentiert, die ihresgleichen suchen. Außerdem sucht und findet man in jeder Stadt Unterschiede – Gott sei Dank, sonst wäre unser Land doch langweilig.

Wastl, Waldi, Bazi: Der Münchner Dackel

2010 zählte München 1083 Dackel im Stadtgebiet.
Viel?
NEIN!
1959 waren es sage und schreibe 7000 Dachshunde.
Ist der Dackel vom Aussterben bedroht?
NEIN!
Er kommt wohl eher aus der Mode.
Dabei hat er doch ein ähnliches Temperament wie die Münchner oder der Bayer selbst: störrisch, eigensinnig und a bisserl vorlaut.
1972 war der Dackel noch ein beliebtes Maskottchen.
Zu den Olympischen Spielen gab es ihn in bunten Plüschausgaben, in Plastik, aus Holz oder Pappkarton. Sogar aus Gold glänzte er hier und da als Anhänger für Schlüssel und Hals der Münchner.
Doch dann kamen die Golden Retriever, Labradore.
Familienhunde.
Wiesenflitzer und Frisbeejäger.
Groß und kuschelig.
Aber seit einiger Zeit machen die kleinen Hunde wieder die Straßen unsicher.
Noch sieht man sie an den schicken Leinen der High Society.
Da hüpfen Möpse oder Jack-Russel-Terrier.
Der Schritt zum Dackel ist da nicht weit.
Wenn es nach den Münchner geht, soll er bloß nicht aus dem Stadtbild verschwinden und Gott sei’s wieder gedankt, ziert er den Stadtplan der Münchner Verkehrsgesellschaft.

Xovilichter: Der echte Münchner Hund?

Er ist klug, außergewöhnlich schön, schnell und überaus bissig: der Xovilichter, a echt bayerisches Hunderl, heimlich gezüchtet zu Ludwigs II. Zeiten, nur im Schloss Neuschwanstein zuhause.
Blödsinn?
Richtig. Aber was sind dann Xovilichter? Helft uns auf die Sprünge.

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