MAEZEN

GÖNNER UNSERER GESELLSCHAFT

© Museo Archeologico Nazionale (Caio Cilnio Mecenate) Arezzo

GAIUS CILNIUS MAECENAS war der wahrhaft erste, engagierte Förderer von Kunst und Kultur.
Ein Gönner.
Der Vertraute und politische Berater des römischen Kaisers AUGUSTUS wurde am 13. April 70 v. Chr. in Arretium geboren. Die unterschiedlichen Einflüsse väter- und mütterlicherseits verführten den vermögenden und Genuss liebenden MAECENAS zur Dichtkunst. Dafür erntete er vor allem von dem römischen Philosophen SENECA heftige Kritik. Zu wünschen ist, dass sich MAECENAS diese nicht allzu ernst genommen hat, denn der altkluge SENECA lebte selbst in seiner ganz eigenen idealen Welt. So scheiterte sein utopischer Versuch, den rücksichtlosen Kaiser NERO in einen strahlenden, ehrenhaften Staatsmann zu verwandeln, in politischer Verschwörung und Selbstmord.

MAECENAS war in seinem Bestreben, einen Kaiser mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bedeutend erfolgreicher. Kaiser AUGUSTUS, Großneffe und Haupterbe des GAIUS JULIUS CÄSAR, führte das Römische Reich in eine einzigartige Blütezeit. Er duldete weder Korruption noch Ausschweifungen, schützte den Frieden, sorgte für Wohlstand im Volk und spendete nicht zuletzt seine eigenes Geld, wenn Not herrschte. Ein vortreffliches Vorbild, nicht nur für MAECENAS, der junge Dichter und Künstler seiner Zeit mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gern unterstützte. Dieses Engagement hat nicht nur beeindruckende Dankes-Gedichte jener Künstler hinterlassen sondern auch das Mäzen- tum schlichtweg. Es beschreibt das wohlwollende Wesen eines MAECENAS: Ein großzügiger Menschen, der Kunst und Kultur liebte und sie mit finanziellen Mitteln förderte.

Ob Sie es glauben oder nicht, aber Gönnern wie MAECENAS haben wir die größten und bedeutendsten Kunst-, Kultur- und Wissenswerke der Geschichte zu verdanken.
PUBLIUS VERGILIUS MARO besser bekannt als VERGIL, der Verfasser der AENEIS, verdankt seine schriftstellerischen Freiheiten MAECENAS.
Künstler wie BOTICELLI, MICHELANGELO oder LEONARDO DA VINCI profitierten von den Beziehungen der Familie MEDICI. Der wohlhabende Klan ermöglichte zusammen mit anderen italienischen Kaufleuten und Bankiers die erfolgreiche Durchsetzung der Kunstepoche Renaissance. Außerdem sorgten sie für den rasanten Aufstieg der Städte Florenz, Venedig, Mailand und Genua zu einer kulturell, wirtschaftlich starken Metropole.
Der als Sonnenkönig bekannt gewordene Ludwig XIV. liebte Prunk, Schönheit und nicht zuletzt Wissen. Der Mann des Grand Siècle (Großes Zeitalter) suchte immer wieder nach den besten Künstlern aus Musik, Literatur, Malerei oder aber auch aus Architektur und Wissenschaft, die er zu sich an den Hof rufen ließ. Dank ihrer Fähigkeiten wollte der Sonnenkönig vor seinem Volk glänzen. Während seiner Herrschaft wurden diverse Akademien gegründet, darunter die Akademie der Wissenschaften (1666) und die heute als OPÉRA DE PARIS bekannte Akademie der Musik (1672). Das Mäzentum des Sonnenkönigs genoss vor allem der italienische Komponist GIOVANNI BATTISTA LULLI bekannt als LULLY, der Theaterrevolutionär und Dramatiker MOLIÈRE oder der Fabelerzähler JEAN DE LA FONTAINE.
Großherzog KARL AUGUST VON SACHSEN-WEIMAR-EISENACH lernte mit 17 Jahren den damals bereits berühmten JOHANN WOLFGANG VON GOETHE kennen und förderte den deutschen Dichter fortan, der ihm auch ein guter Freund wurde.

So geht es weiter, von Jahrhundert zu Jahrhundert, bis in die heutige Zeit.
Während sich die stolzen Mäzenen vergangener Epochen gern mit ihrem Engagement schmückten, sind die Mäzenen heutiger Zeit still und zurückhaltend. Vielleicht auch weil ihr Kreis immer kleiner wird und ihre Wichtigkeit an Bedeutung verliert. Auf jeden Fall nehmen immer weniger privates Vermögen in die Hand, um damit Kunst, Kultur oder Wissenschaft zu fördern. Nicht zuletzt mag dies auch an der Veränderung des Einflusses bildender Künste oder geistiger Gebilde wie etwa Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und Wissen- schaft liegen. Aber das ist ein anderes Thema.

Nach dem großen Vorbild MAECENAS sind zwei Preise ins Leben gerufen worden, die den Einsatz von Mäzenen ehren. Vielleicht spornt dies den einen oder anderen an!

MAECENAS (seit 1989)
Der österreichische Kultursponsoringpreis wird jährliche durch die Initiativen Wirtschaft für Kunst (IWK) in Kooperation mit dem ORF vergeben.

DIE MAECENAS-EHRUNG des AsKI e.V. (seit 1989)
Der Preis wird jährlich in Form einer Kunstwerkes durch eine unabhängige Jury vergeben, seit 2003 in Form der Bronzeplastik des Bildhauers Manfred Sihle-Wissel.

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